Laterale Führung – der Kern der lateralen Führung

Laterale Führung auf Augenhöhe

Laterale Führung ist eine der aktuell wichtigsten Einflussgrößen auf erfolgreiche Projekte. Lateral führen beinhaltet 3 zentrale Aspekte:

  • Führung ohne Weisungsbefugnis
  • keine Vorgesetztenfunktion
  • keine disziplinarische Macht

Warum soll ich müssen, wenn ich wollen kann.“
Don Carlos, Schiller

100% Aktive laterale Führung
Der Kern der lateralen Führung ist 100% Aktiv!

Worum geht es bei der lateralen Führung? Menschen überzeugen. Schnittstellen für sich gewinnen. Insbesondere geht es bei der Führung ohne Führungsfunktion darum gemeinsame Ziele zu erreichen. Der- oder diejenige, die lateral führt, hat dabei „die Hosen an“ bzw. „den Hut auf“. Dies erfordert auch ohne Weisungsbefugnis Verantwortung zu übernehmen. Wer lateral führt in dessen Verantwortung liegt es, die Dinge, Themen, Projekte und Aufgaben voranzutreiben und die Zielerreichung zu sichern.

Die Führung ohne Weisungsbefugnis beruht somit auf Funktionen, die bisher durch Führungskräfte erfüllt wurden. Damit verbunden ist die Verantwortung diese Führungsfunktionen zu erfüllen. Um der Verantwortung gerecht werden zu können, braucht es entsprechende persönliche Kompetenzen und spezifische Skills.

Laterale Führung gezieltes Praxistraining, Aufbau von Skills für das laterale Führen
100% Praxis für die Laterale Führung, Aufbau von Skills für das laterale Führen

Was ist laterale Führung?

Schaut man in das DWDS zum Stichwort Führung, gibt es sehr unterschiedliche Bedeutungen. Führung wird beschrieben als Leitung im Sinne von Lenkung d.h. eine richtungsgebende Funktion. Damit verbunden ist auch die Frage nach der Verantwortung für die Lenkung.

Führung wird auch beschrieben im Sinne von Durchführung und Erstellung von Leistungsergebnissen. Daraus folgt oft auch die Frage nach der Verantwortlichkeit für die Umsetzung. Ein umfassender Führungsbegriff sollte diesen zentralen Punkt definitiv nicht vernachlässigen. Tun statt reden! Das führt zu Ergebnissen!

Die Qualität der Ausführung und Realisierung ist ein weiterer thematischer Unteraspekt von Führung im Sinne von „geschickter Handhabung und Gebrauch von Mitteln“.

Leistungsführerschaft ist nicht nur für die Unternehmensleitung ein zentraler Begriff. Leistung und Führung signalisiert, das Führung auch oft genutzt wird im Sinne von: an der Spitze stehen, bestmögliche Leistung bringen, sprichwörtlich „in Führung gehen“.

Laterale Führung die Hauptfunktionen:

Führung ohne Vorgesetztenfunktion und Weisungsbefugnis hat somit 4 Hauptfunktionen:

  • Eine richtungsgebende, orientierende auf das Ziel ausrichtende Funktion
  • Eine auf die Durchführung und schnelle Realisierung ausgerichtete Funktion
  • Eine auf die gute und professionelle Arbeit ausgerichtete Qualitätsfunktion
  • Eine Verantwortungsfunktion und definiert damit „wer den Hut aufhat“
  • Und eine Spitzenleistungsfunktion im Sinne des „in Führung Gehens“

Seitliche Führung richtet auf das Ziel aus

Nur wenn klar ist, wo es hingehen soll, ist auch klar, was und wie getan werden soll. Gleich ob es um Change-Prozesse, F+E Projekte, IT-Projekte oder um anspruchsvolle Sonderthemen geht. Um ohne Vorgesetztenfunktion hier Führung auszuüben, ist es notwendig nicht nur mit Menschen zu kommunizieren, sondern klar zu signalisieren, „wer das Heft in der Hand hat“. Es geht darum, die notwendige Autorität für die Zielausrichtung mitzubringen.

Führung auf lateraler Ebene dient der schnellen Realisierung

Bilaterale Klärung, direkte Zusammenarbeit, ohne starre, formale Wege und Zuständigkeiten beschleunigt vieles. Der sprichwörtlich „kurze Dienstweg“ ist das unschlagbare Plus der lateralen Führung.

Das direkte Gespräch vermeidet viele unnötigen Nachkorrekturen, Stille-Post-Effekte und Unklarheiten, die über die indirekte Vermittlung von Themen über Dritte entstehen. Direkt Reden hat entscheidende Vorteile. Gegenseitige Erwartungen, Interessen, Zielstellungen, Bedenken und Einwände werden unmittelbar und direkt verhandelt. Eine beidseitig getragene Lösung wird schneller möglich.

Qualität, Fehlerfreiheit und Professionalität
als kare Ziele der lateralen Führung.

Gute und professionelle Zusammenarbeit, ein hoher Maßstab für das eigene Arbeiten, als laterale Führungskraft sind entscheidend für die langfristige Akzeptanz. Das umfasst sowohl die persönliche Akzeptanz als auch die Akzeptanz innerhalb der Organisation für das laterale Führen.

Braucht Führung von der Seite Regeln?

Oder anders gefragt, braucht laterale Führung ein klar definiertes Spielfeld, verinnerlichtes und professionalisiertes Zusammenspiel, das sich immer wieder neu, aber klar definiert?

Starre Reglungen, statische Regelwerke, fest fixierte Tätigkeitsbeschreibungen sind genauso Old School, wie die klassische Führungsvorstellung.

Agile seitliche Führung kommt ohne Weisungsbefugnis und Vorgesetztenfunktion und starres Regeln setzen aus. Es geht vielmehr um klare gemeinschaftliche Vereinbarungen, die eindeutige Kommunikation und wechselseitige Klärung von Interessen und Zielen, aber auch um deutlich kommunizierte gegenseitige Erwartungen.

Ist Führung ohne Vorgesetztenfunktion und Weisungsbefugnis etwas Neues?

Laterale Führung ist inhaltlich gesehen nichts neues. Schon immer mussten

  • Projektleiter/innen
  • fachlich-inhaltliche Vorgesetzte in Matrixorganisationen
  • Mitarbeitende in Stabsstellen
  • Assistenten/innen
  • oder Stellvertreter/innen

Schnittstellen, gleichgestellte Mitarbeitende oder in vielen Fällen auch ihnen persönlich übergeordnete hierarchische Vorgesetzte zum Mitwirken bewirken.

Auch wenn theoretisch Stabsstellen, Assistenten/innen und Stellvertreterinnen von der Macht der damit verbundenen Geschäftsleitungen und Führungskräfte profitiert hätten, es ist nicht immer angemessen die „Macht-Karte“ zu ziehen. Es gilt vielmehr die Beteiligten zu überzeugen und auf lateralem Weg über Gespräche und Kommunikation auf Augenhöhe zum Mitmachen zu bewegen.

Führungskräfte taten in der Vergangenheit gut daran, Mitarbeitende zu überzeugen und hinter die Sache zu bringen.

Laterale Führung ist Führung auf Augenhöhe

Der Begriff des „servant leadership“, der zwischenzeitlich immer wieder einmal verwendet wird, greift hier allerdings definitiv zu kurz es ist kein „master“ und kein „servant“ im Spiel. Der eine oder andere Scrum Master im agilen Umfeld tut gut daran, dies zu beherzigen.

Es geht um gleichwertige Menschen. Laterale Führung betont ja neben dem Begriff der Führung, das „laterale“ vom lat. lateralis d.h. seitlich. Gemeint ist damit, dass kein klassisches Über- Unterordnungsverhältnis besteht, sondern sich die Beteiligten „seitlich“ zu einer Absprache treffen.

Ein sich an der Seitenlinie abstimmendes Sportteam, ein Timeout bei Teamsportarten, laterale Gespräche bei wichtigen Verhandlungen oder im politischen Kontext sind damit verknüpfbare Metaphern und Analogien.

Laterale Führung bewegt Menschen

Nur wenn es gelingt die Beteiligten und Stakeholder zu überzeugen und für Ihr Projekt zu gewinnen bekommen Sie die nötige Unterstützung. Überzeugte Mitwirkende sind der Erfolgsfaktor heutiger Projektarbeit.

Die Fähigkeiten um Menschen für sich zu gewinnen und so Unterstützung für das eigenen Projekt zu erhalten erfordert eine gute Kommunikation und ein deutliches Quantum Menschenkenntnis. Menschen zu bewegen und mitzunehmen für zu erreichenden Ziele, Inhalte und Arbeitspakete ist die eine Sache.

Die andere Sache ist es Power gegenüber den Stakeholdern aufzubauen und den Beteiligten den Rücken frei zu halten.

Laterale Führungskompetenzen Skills für die laterale Führung
Laterale Führungskompetenzen – Skills für die laterale Führung

Laterale Führung:
Menschen bewegen Unternehmen

Letztlich bewegen Menschen Unternehmen! Projekte werden erfolgreich, weil sich Menschen einsetzen. Ziele werden erreicht, weil sich Menschen engagieren, oft über das normale Maß hinaus. Das nötige Quantum mehr an Unterstützung und Engagement gibt es nur im Dialog auf Augenhöhe. Wertschätzung und persönlicher Einsatz für das Projekt und alle Projektbeteiligte sind die wichtigsten Quellen für das Erreichen der gemeinsamen Ziele.

Verständnis und Akzeptanz

Es reicht nicht aus etwas anzuweisen, sondern es geht um gegenseitiges Verständnis, Akzeptanz und ab und an Klartext und positive Durchsetzungskraft. Es geht nicht um Harmonie, sondern einen klaren Fokus, Einsatz und die Bereitschaft die extra Meile zu gehen.

Hierarchien gibt es in Unternehmen nach wie vor. Viele Projekte lassen sich allerdings wirksamer lateral vorwärtsbewegen. Der Verzicht auf hierarchische Strukturen verstärkt diese Tendenz weiter. Führen ohne eine direkte Vorgesetztenfunktion ist zunehmend wichtiger im betrieblichen Alltag.

Leiten Sie Projekte auf Zeit? Haben Sie rein fachliche Führungsaufgaben? Üben Sie eine Stellvertreterfunktion aus? Das Führen ohne disziplinarische Funktion wird zunehmend wichtiger und es gilt die lateralen Führungsaufgaben gut zu lösen.

Führungskompetenz der Zukunft

Bottom Up ist eine zunehmend wichtigere Einflussgröße in Unternehmen, die sich in einer schnell wandelnden Umwelt behaupten müssen. In modernen Organisationen wirken Mitarbeitende immer häufiger in bereichsübergreifenden Projekten mit.

Oldschool Mentalität, Hierarchiedenken und der enge Blick auf Abteilungsinteressen sind ebenso wie Führung durch Macht und autoritärer Führungsstil erschreckend kontraproduktiv und kommen bei emanzipierten und engagierten Mitarbeitenden negativ an.

Trainieren Sie die Führungskompetenz der Zukunft:

Training für Mitarbeiter/innen in Stabsfunktionen, Querschnittsfunktionen, Projektleiter/innen und Mitarbeiter/innen, die vorwiegend fachlich führen und keine disziplinarische Weisungsbefugnis besitzen. Lernen Sie auch ohne hierarchische Vorgesetztenfunktion effektiv zu führen...

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